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Bewerbung

Lebenslauf schreiben: Aufbau, Inhalte und der Umgang mit Lücken

Was in einen Lebenslauf gehört, was du weglassen kannst – Foto und Geburtsdatum inklusive – und wie du Lücken ehrlich und kurz erklärst. Mit Formulierungen und Checkliste.

· 5 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. So ist ein Lebenslauf aufgebaut
  2. Was rein gehört
  3. Was nicht rein muss – Foto, Geburtsdatum und Co.
  4. Lücken im Lebenslauf erklären
  5. Formulierungen, die Erfahrung greifbar machen
  6. Checkliste vor dem Absenden

Der Lebenslauf ist das Kernstück deiner Bewerbung. Wer ihn liest, soll schnell erkennen, was du kannst und warum das zur Stelle passt. Das gelingt mit einer klaren Struktur, konkreten Angaben und dem Mut, Unwichtiges wegzulassen.

So ist ein Lebenslauf aufgebaut

In Deutschland ist der tabellarische Lebenslauf Standard. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt in ihrem Ratgeber zum Lebenslauf, mit der jüngsten Station zu beginnen und dann Schritt für Schritt in die Vergangenheit zurückzugehen, und nennt als Obergrenze zwei DIN-A4-Seiten.

Eine bewährte Reihenfolge:

  1. Persönliche Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
  2. Kurzprofil (optional): drei bis vier Sätze, wer du beruflich bist und was du suchst
  3. Berufserfahrung: Zeitraum, Jobtitel, Arbeitgeber, Ort und darunter die wichtigsten Aufgaben und Ergebnisse
  4. Ausbildung: Studium, Berufsausbildung, Schulabschluss – jeweils mit Zeitraum und Abschluss
  5. Weiterbildungen und Zertifikate
  6. Kenntnisse: Sprachen mit Niveau, Software, Führerschein, wenn er für die Stelle relevant ist
  7. Optional: Ehrenamt, Engagement oder Interessen, sofern sie etwas über dich aussagen, das für die Stelle zählt

Berufseinsteiger ziehen die Ausbildung nach vorn, weil sie dort mehr zu zeigen haben. Wer schon länger im Beruf ist, fasst die Schulzeit auf eine Zeile zusammen.

Was rein gehört

Ein typischer Schwachpunkt sind Stationen, die nur aus Jobtitel und Firmenname bestehen. Darunter gehören zwei bis vier Stichpunkte, die zeigen, was du dort getan hast – am besten mit Ergebnis:

  • Schwach: „Verantwortlich für die Buchhaltung“
  • Besser: „Vorbereitende Buchhaltung für drei Standorte, Umstellung der Belegerfassung auf ein digitales System“
  • Schwach: „Kundenbetreuung“
  • Besser: „Betreuung von rund 40 Stammkunden im Außendienst, Ausbau des Ersatzteilgeschäfts“

Setz dabei deine eigenen Zahlen und Aufgaben ein. Wo du keine Zahlen hast, beschreib Umfang, Verantwortung oder Werkzeuge: für wie viele Personen, mit welchem Budget, mit welcher Software.

Weitere Grundregeln:

  • Zeiträume einheitlich angeben, zum Beispiel „03/2021 – 08/2024“. Monatsangaben machen den Lebenslauf nachvollziehbar.
  • Sprachkenntnisse einordnen: „Englisch – verhandlungssicher“ oder mit Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, etwa „B2“.
  • An die Stelle anpassen: Die Bundesagentur rät, den Lebenslauf auf den jeweiligen Arbeitgeber zuzuschneiden. Das heißt nicht, alles neu zu schreiben – aber die Stichpunkte, die zur Anzeige passen, gehören nach oben.
  • Unterschrift: Laut Bundesagentur nicht unbedingt nötig. Wenn du unterschreibst, dann mit aktuellem Datum.

Was nicht rein muss – Foto, Geburtsdatum und Co.

Ein Bewerbungsfoto ist in Deutschland keine Pflicht. Auch die Bundesagentur für Arbeit bezeichnet es als „kein Muss mehr“. Für Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, Staatsangehörigkeit oder Religion gilt dasselbe: Kein Gesetz verpflichtet dich, sie im Lebenslauf anzugeben. Hintergrund ist unter anderem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das Benachteiligungen etwa wegen des Alters, des Geschlechts, der ethnischen Herkunft oder der Religion verhindern soll.

Viele Vorlagen führen Geburtsdatum und Foto trotzdem weiterhin auf, und manche Arbeitgeber erwarten sie. Du entscheidest selbst:

  • Mit Foto: Dann ein aktuelles, professionelles Bild – kein Urlaubsfoto, kein Ganzkörperbild, kein Automatenfoto.
  • Ohne Foto: Lass den Platz einfach weg, ohne Hinweis und ohne Rechtfertigung.
  • Geburtsdatum: Wenn du es angibst, gehört es zu den persönlichen Angaben. Wenn du es weglässt, fehlt nichts Wesentliches – dein Werdegang ergibt sich aus den Zeiträumen.

Was du dagegen immer weglassen kannst:

  • Angaben zu den Eltern und deren Berufe
  • Grundschule, wenn du einen weiterführenden Abschluss hast
  • Hobbys ohne Aussagekraft wie „Lesen, Reisen, Freunde treffen“
  • Gehalt, Kündigungsgrund oder Gesundheitsangaben
  • Kenntnisse, die längst selbstverständlich sind, etwa „Internet“ oder „E-Mail“

Lücken im Lebenslauf erklären

Lücken sind normal: Jobsuche, Elternzeit, Pflege von Angehörigen, Krankheit, Neuorientierung, Reisen. Problematisch wird eine Lücke erst, wenn sie unerklärt bleibt und so wirkt, als würdest du etwas verbergen. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, Unterbrechungen von mehr als zwei Monaten anzugeben und kurz zu schreiben, was du in dieser Zeit gemacht hast.

So formulierst du Lücken knapp und ehrlich:

  • „04/2023 – 12/2023: Elternzeit“
  • „01/2024 – 06/2024: Berufliche Neuorientierung, Onlinekurs Projektmanagement“
  • „09/2022 – 02/2023: Pflege eines Angehörigen“
  • „05/2024 – 09/2024: Jobsuche nach Standortschließung“
  • „10/2021 – 03/2022: Krankheitsbedingte Auszeit“

Wichtig dabei:

  • Keine Details zu Diagnosen. Gesundheitliche Gründe musst du nicht näher erläutern. „Krankheitsbedingte Auszeit“ genügt – im Lebenslauf wie im Gespräch.
  • Zeig, was du mitnimmst, wenn es passt: eine Weiterbildung, ein Ehrenamt, Sprachkenntnisse aus einem Auslandsaufenthalt.
  • Keine Tricks mit Jahreszahlen. Nur Jahre statt Monate anzugeben, um Lücken zu verstecken, fällt spätestens bei Zeugnissen auf und kostet Vertrauen.
  • Im Gespräch kurz bleiben: Wenn nachgefragt wird, reichen zwei, drei Sätze. Erklär, was war, und schlage dann den Bogen zu dem, was du jetzt suchst.

Formulierungen, die Erfahrung greifbar machen

Ein Kurzprofil oben im Lebenslauf fasst in wenigen Sätzen zusammen, wer du beruflich bist. Es ist besonders hilfreich bei einem Branchenwechsel oder wenn du viele unterschiedliche Stationen hast. Beispiel:

„Industriekauffrau mit sechs Jahren Erfahrung im Einkauf eines mittelständischen Maschinenbauers. Schwerpunkt Lieferantenmanagement und Preisverhandlungen. Suche eine Position mit mehr Verantwortung in der strategischen Beschaffung.“

Für die Stichpunkte unter jeder Station helfen aktive Verben: „aufgebaut“, „eingeführt“, „verantwortet“, „koordiniert“, „verbessert“. Sie klingen konkreter als „zuständig für“ oder „Mitarbeit bei“.

Wenn du nicht weißt, wie du anfangen sollst: Unter Lebenslauf-Texte erstellst du auf ijob.de ein Kurzprofil und findest Textbausteine für Erfahrung, Ergebnisse und Stärken – kostenlos und ohne Anmeldung. Die Bausteine enthalten Platzhalter, die du mit deinen eigenen Aufgaben und Ergebnissen füllst.

Checkliste vor dem Absenden

  • Beginnt der Lebenslauf mit der aktuellen Station?
  • Sind alle Zeiträume einheitlich und mit Monat angegeben?
  • Hat jede Station zwei bis vier aussagekräftige Stichpunkte?
  • Sind Lücken von mehr als zwei Monaten kurz erklärt?
  • Passen die obersten Stichpunkte zu den Anforderungen der Anzeige?
  • Ist der Lebenslauf höchstens zwei Seiten lang?
  • Ist er fehlerfrei und als PDF gespeichert, mit eindeutigem Dateinamen wie „Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf“?

Dazu passt ein Anschreiben, das nicht den Lebenslauf wiederholt, sondern erklärt, warum deine Erfahrung zur neuen Stelle passt. Wie das gelingt, steht im Beitrag Anschreiben schreiben; einen ersten Entwurf erstellst du mit dem Anschreiben-Generator.

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