Zum Inhalt springen
Bewerbung

Anschreiben schreiben: Aufbau, Beispiel und typische Fehler

Wie ein Anschreiben aufgebaut ist, welche Formulierungen im Einstieg, Hauptteil und Schluss funktionieren und welche Fehler du dir sparen kannst – mit Checkliste vor dem Absenden.

· 5 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Wofür das Anschreiben da ist
  2. Der Aufbau im Überblick
  3. Beispiel-Formulierungen für Einstieg, Hauptteil und Schluss
  4. Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
  5. Checkliste vor dem Absenden
  6. Schneller zum ersten Entwurf

Ein Anschreiben hat eine Aufgabe: Es soll in wenigen Absätzen erklären, warum du dich genau auf diese Stelle bewirbst und warum du dafür passt. Den Lebenslauf muss es nicht wiederholen – der liegt ohnehin bei. Hier findest du den Aufbau, Formulierungen, die funktionieren, und typische Fehler, die dich unnötig Punkte kosten.

Wofür das Anschreiben da ist

Der Lebenslauf zeigt, was du bisher gemacht hast. Das Anschreiben stellt die Verbindung zur neuen Stelle her. Wer es liest, will drei Fragen beantwortet haben:

  1. Warum interessiert dich diese Position?
  2. Warum dieses Unternehmen?
  3. Welche deiner Erfahrungen und Fähigkeiten passen zu den Anforderungen?

Nicht jedes Unternehmen verlangt noch ein Anschreiben. Steht in der Anzeige ausdrücklich, dass keins nötig ist, halte dich daran. Ist es freiwillig, lohnt sich ein kurzer, individueller Text trotzdem oft – vor allem, wenn dein Lebenslauf allein nicht erklärt, warum du dich bewirbst, etwa bei einem Branchenwechsel oder einem Wiedereinstieg nach längerer Pause.

Der Aufbau im Überblick

Ein Anschreiben passt in der Regel auf eine Seite. Den klassischen Aufbau beschreibt auch die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Ratgeber zum Anschreiben:

  • Absender: Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse. Nutze eine seriöse Adresse, am besten mit deinem Namen, ohne Spitznamen.
  • Empfänger: Unternehmen, Ansprechperson und Anschrift – so, wie sie in der Anzeige stehen.
  • Ort und Datum
  • Betreff: „Bewerbung als [Jobtitel]“, gern mit Referenznummer, falls die Anzeige eine nennt. Das Wort „Betreff“ selbst schreibst du nicht davor.
  • Anrede: Wenn möglich mit Namen. Steht keine Ansprechperson in der Anzeige, hilft ein Blick auf die Website oder ein kurzer Anruf. Nur wenn beides nichts ergibt: „Sehr geehrte Damen und Herren“.
  • Einstieg: zwei bis drei Sätze, warum du dich bewirbst.
  • Hauptteil: zwei bis drei Absätze mit deinen stärksten Argumenten für genau diese Stelle.
  • Schluss: frühestmöglicher Eintrittstermin und Gehaltsvorstellung – beides nur, wenn die Anzeige danach fragt – und der Wunsch nach einem Gespräch.
  • Grußformel und Name: „Mit freundlichen Grüßen“, darunter dein Name.

Beispiel-Formulierungen für Einstieg, Hauptteil und Schluss

Einstieg

Der erste Satz entscheidet, ob jemand aufmerksam weiterliest. „Hiermit bewerbe ich mich …“ ist nicht falsch, verschenkt aber die Chance. Stell lieber sofort einen Bezug zur Stelle her:

  • „Seit drei Jahren beantworte ich im Kundenservice eines Onlinehändlers Anfragen per Telefon und Chat – diese Erfahrung möchte ich als Teamleitung in Ihrem Service-Center einbringen.“
  • „In Ihrer Anzeige suchen Sie jemanden, der die Lagerlogistik neu organisiert. Genau das habe ich in meiner aktuellen Position gemacht – vom Konzept bis zum laufenden Betrieb.“
  • „Nach meiner Ausbildung zur Pflegefachfrau möchte ich in die ambulante Pflege wechseln, weil mir die längere Begleitung einzelner Menschen wichtig ist.“

Hauptteil

Hier belegst du, was du im Einstieg behauptest. Nimm dir die zwei oder drei wichtigsten Anforderungen aus der Anzeige vor und beantworte jede mit einem konkreten Beispiel. Eine einfache Struktur dafür: Anforderung – was du getan hast – was dabei herausgekommen ist.

  • Statt „Ich bin belastbar“: „Im Weihnachtsgeschäft habe ich die Schichtplanung für unser Team übernommen und dafür gesorgt, dass alle Bestellungen rechtzeitig verschickt wurden.“
  • Statt „Ich habe gute Excel-Kenntnisse“: „Die monatliche Umsatzauswertung habe ich auf eine Vorlage mit Pivot-Tabellen umgestellt; seitdem ist sie in einem halben Tag erledigt statt in zwei.“
  • Statt „Ich arbeite gern im Team“: „Neue Kolleginnen und Kollegen arbeite ich seit zwei Jahren ein; dafür habe ich eine Checkliste für die ersten Wochen entwickelt.“

Setz natürlich deine eigenen Beispiele ein. Wenn du keine Zahlen hast, beschreib Umfang oder Verantwortung: wie viele Kunden du betreut hast, welche Aufgaben du allein übernommen hast, wofür man dich im Team gefragt hat.

Den Bezug zum Unternehmen stellst du mit einem Satz her, der zeigt, dass du dich informiert hast – ohne Lobeshymne:

  • „Auf Ihrer Website habe ich gelesen, dass Sie Ihre Filialen auf ein neues Kassensystem umstellen. Eine solche Umstellung habe ich im vergangenen Jahr begleitet.“

Schluss

  • „Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch, gern auch per Video.“
  • „Ich kann zum 1. März beginnen. Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 42.000 Euro brutto im Jahr.“ (nur, wenn danach gefragt wird)

Vermeide im Schluss den Konjunktiv: „Ich würde mich sehr freuen, wenn …“ klingt zögerlich. „Ich freue mich …“ ist genauso höflich und klarer.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Serienbrief-Ton: Ein Text, der auf jede Stelle passt, überzeugt bei keiner. Position, Unternehmen, Motivation und die zwei wichtigsten Beispiele passt du jedes Mal an.
  • Falscher Firmenname oder falsche Ansprechperson: Passiert beim Kopieren schneller, als man denkt, und fällt sofort auf. Lies Betreff, Anrede und ersten Absatz vor dem Absenden gezielt darauf durch.
  • Lebenslauf in Prosa: „Von 2019 bis 2022 war ich bei … Danach …“ – das steht schon im Lebenslauf. Nimm stattdessen eine Station heraus und erklär, was sie für die neue Stelle wert ist.
  • Eigenschaften ohne Beleg: „teamfähig, flexibel, motiviert“ steht in sehr vielen Anschreiben. Ein konkretes Beispiel ersetzt drei Adjektive.
  • Zu lang: Mehr als eine Seite ist selten nötig. Wenn du kürzen musst, streich zuerst allgemeine Sätze, nicht die Beispiele.
  • Jeder Satz beginnt mit „Ich“: Variiere den Satzanfang: „In meiner jetzigen Position …“, „Besonders gereizt hat mich …“, „Dabei habe ich gelernt …“.
  • Rechtschreib- und Formfehler: Auch die Bundesagentur für Arbeit betont, dass eine Bewerbung frei davon sein sollte. Lass den Text von einer zweiten Person lesen oder lies ihn dir laut vor.
  • Negatives über den bisherigen Arbeitgeber: Erklär, wohin du willst – nicht, wovon du weg willst.
  • Übertreibungen: Alles, was du schreibst, kann im Vorstellungsgespräch nachgefragt werden. Schreib nur, was du auch mit einem Beispiel erklären kannst.

Checkliste vor dem Absenden

  • Stimmen Firmenname, Ansprechperson und Jobtitel?
  • Beantwortet der Text: Warum diese Stelle, warum dieses Unternehmen, warum du?
  • Hat jede Stärke, die du nennst, ein konkretes Beispiel?
  • Passt alles auf eine Seite?
  • Hast du alles geliefert, was die Anzeige ausdrücklich verlangt – etwa Eintrittstermin, Gehaltsvorstellung oder Referenznummer?
  • Ist der Text fehlerfrei, geprüft von einer zweiten Person oder laut gelesen?
  • Ist die Datei ein PDF mit eindeutigem Namen, zum Beispiel „Anschreiben_Vorname_Nachname.pdf“?

Schneller zum ersten Entwurf

Der schwerste Teil ist oft der leere Bildschirm. Mit dem Anschreiben-Generator von ijob.de beantwortest du ein paar kurze Fragen zu deiner Erfahrung, deinen Stärken und deinem Wunschjob, wählst einen Stil – klassisch, modern oder selbstbewusst und direkt – und bekommst einen Entwurf, den du anschließend anpasst. Der Generator ist kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar; deine Eingaben werden nur zum Erzeugen des Textes verwendet und nicht gespeichert.

Ein Entwurf ist ein Startpunkt, kein fertiges Anschreiben. Ersetz allgemeine Formulierungen durch deine eigenen Beispiele und prüfe jeden Satz darauf, ob du ihn auch im Gespräch so sagen würdest. Wie du den passenden Lebenslauf dazu aufbaust, liest du im Beitrag Lebenslauf schreiben. Passende Stellen für deine nächste Bewerbung findest du in der Jobsuche.

Bewerbung direkt erstellen

Kostenlos und ohne Anmeldung: Anschreiben und Lebenslauf-Texte in wenigen Minuten.

Mehr zum Thema Bewerbung